Die Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz, mit der Frage danach, was es denn heiße, als Mensch in der Welt zu sein, liegt dem gesamten Werk von Heliane Wiesauer-Reiterer zugrunde. Diesem Rätsel aller Rätsel nähert sie sich auf verschiedenen Wegen, über die Emotion ebenso wie über die Ratio. Sie ist eine der wenigen Frauen, die in den 1980er Jahren den neoexspressiven Stil der „Neuen Wilden“ mitentwickelt hat.
Die Verdichtung der Aussage geht in vielen Werken bis an die Grenzen der Abstraktion. Sie reduziert die ursprüngliche Gegenständlichkeit zu einer zeichenhaften Bildsprache, einzelne Farbstriche mit breitem Pinsel werden zu ganzen Landstrichen und die Haltung von Körpern in gleicher Weise zu abgewinkelten Pigmentbahnen. Fragmentierung, Gliederung, Teilung und Reduktion auf den Kern erweisen sich als durchgängige Charakteristika, das wesenhafte Sein steht im Zentrum.
– Berthold Ecker, Kunsthistoriker